Die Führer

Ernst Köhler

Es geht nicht anders. Man muss sich Schritt für Schritt in die Geschichte zurück vorarbeiten, wenn man sie in ihren Entscheidungen verstehen will. Der Kette entlang. Wie Donald Trump es heute sieht, also im Frühjahr 2025, kann man vielleicht am besten bei Wladimir Putin studieren. Und wie wiederum Putin – und zwar schon länger, am besten bei Adolf Hitler. Der wiederum zwar schon etwas zurückliegt, von dem aber Putin – nach eigenen Worten – doch einiges lernen konnte:

Eine Person, welche die Propagandisten „nationaler Führer“ nennen, sagte öffentlich über den Beginn des Zweiten Weltkriegs: “Die Polen haben letztlich durch ihr Taktieren Hitler gezwungen, den Zweiten Weltkrieg eben in Polen zu beginnen. Warum begann der Krieg genau in Polen? Weil das Land nicht zu Kompromissen bereit war. Hitler blieb zur Umsetzung seiner Pläne nichts anderes übrig, als mit Polen zu beginnen.

So bezeugt für Präsident Putin von Oleg Orlow am 26. Februar 2024 in seinem Letzten Wort als politisch Angeklagter vor Gericht in Russland.

Oleg Orlow war Mitbegründer von Memorial und Vorstandsmitglied der beiden durch die russländische Regierung verbotenen Organisationen Memorial International und Menschenrechtszentrum Memorial und wurde später Ko-Vorsitzender des Zentrums zur Verteidigung der Menschenrechte Memorial… Gegen den russländischen Aggressionskrieg in der Ukraine protestierte Orlow mehrmals öffentlich mit einem Plakat in der Hand. (Der Text auf einem der Plakate lautete: „UdSSR 1945 – ein Land, das den Faschismus besiegt hat. Russland 2022 – ein Land, in dem der Faschismus gesiegt hat.“)

(Alles zitiert nach: “Alles kann sich ändern“. Letzte Worte politisch Angeklagter vor Gericht in Russland, Herausgegeben von Memorial Deutschland e.V. 2024)

  • Patrick van Odijk

    5.3.2025, 16:18

    Hallo Ernst,
    ERSCHRECKEND und wie gut, dass Du es ausgegraben , auf den Punkt gebracht und in die Welt geschickt hast. Ich werde es weiterverbreiten.
    Und ich finde Deine Beiträge fast immer sehr gut. Danke für die Denkanstöße.
    Patrick

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